Verzerrte China-Optik

KI-Aufrüstung ist angesagt. Die Welt giert nach knapper werdenden und sich rasch verteuernden Chipelementen. China liefert was das Zeug hält. Der gewaltige Exportschub in den beiden ersten Monaten geht vor allem auf Tech-Komponenten zurück. Er lässt Chinas Handelsüberschuss zum Auftakt des neuen Jahres besonders kräftig anschwellen und macht die Diskussion um das Reizthema Handelsungleichgewichte in Verbindung mit dem Iran-Krieg noch facettenreicher.

Chinas Lieferkettendominanz wirkt bedrohlich, der Ärger um Subventionspraktiken und Billigexportschwemme nach Europa ist verständlich. Die ernstere wirtschaftliche Gefahr aber resultiert aus Amerikas Handels- und Geopolitik. Stagflation ist das Sorgenthema und macht günstige Waren Made in China weniger unwillkommen. Schutzmaßnahmen wie der Brüssler Industry Accelerator Act (IAA) sind strategische Zukunftsmusik. Vorerst gilt es, den Zugriff auf China-Technologie zu nutzen. Gegenwärtig wird sich Chinas Exportdynamik nur dann verringern, wenn tatsächlich Stagflation um sich greift und die globale Nachfrage abwürgt. Das kann wohl nicht Wunschdenken sein.  

Der Iran-Krieg rückt Ärger über Chinas Handelsmacht in ein neues Licht.

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