Sonderbelastungen im Zuge der Krise der Sportwagentochter Porsche sowie Aufwendungen infolge der erhöhten US-Importzölle, die sich auf fast 9 Mrd. Euro summieren, haben das operative Ergebnis des VW-Konzerns 2025 mehr als halbiert. Gemessen an den Horrorzahlen, die Stellantis für das vergangene Geschäftsjahr präsentiert hat, können sich die Wolfsburger jedoch noch sehen lassen.
Während der VW-Vorstand bei der Bilanzvorlage mit einem Seitenhieb in Richtung der Opel-Konzernmutter vortrug, die eigene Elektrostrategie greife, ist der europäisch-amerikanische Konkurrent im Jahr 2025 vor allem aufgrund von Abschreibungen auf die Elektromobilität mit mehr als 22 Mrd. Euro tief in die Verlustzone gefallen. Das Tempo der Wende zur Elektromobilität sei überschätzt worden, hieß es. Das hat Folgen: Während VW für 2025 eine – um 17% reduzierte – Dividende zahlen will, schauen Stellantis-Aktionäre in die Röhre.
Dass der VW-Konzern eine Krise der einstigen Ertragsperle Porsche abfedern kann und dazu in der Lage ist, die Nettoliquidität im Autobereich trotz handelspolitischer Anspannungen und anderer Ungewissheiten durch kurzfristig stärkere Anstrengungen bei der Optimierung der Lagerbestände und durch Ausgabendisziplin stabil zu halten, ist für den Moment ein Erfolg. Doch Großbaustellen gibt es genug. In China müssen spätestens im Jahr 2027 Erfolge der Elektrostrategie sichtbar werden, in den USA kommt der Konzern mit einem Marktanteil von 4% nicht aus der Nische. Auch weil chinesische Anbieter nach Europa drängen, ist VW gut beraten, die hohe Kostenbasis weiter zu adressieren. Von Herausforderungen wie dem diffizilen Hochlauf der eigenen Batteriefabriken, der Überwindung des Software-Debakels und dem Umgang mit der CO2-Regulierung mal ganz zu schweigen.
Gerade besser als Stellantis? Großbaustellen gibt es für VW genug.