Transparenz ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.
Wenn Banken etwas mitteilen, dann sind es entweder für sie gute Nachrichten oder veröffentlichungspflichtige Dinge. Motto: Transparenz ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Entsprechend wenig ist darüber in Erfahrung zu bringen, welches Exposure die Institute zum Iran-Krieg haben. Die HVB bezifferte es für Kunden aus Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate per Ende Januar auf 385 Mill. Euro. Das seien 0,1% des Gesamtexposures. Viele von der Börsen-Zeitung befragte Banken verweisen lediglich darauf, dass es sich um ein sehr kleines Geschäft für sie handelt.
Die börsennotierten Institute verweisen auf ihre Geschäftsberichte. Barclays buchte 2025 insgesamt Erträge von 86 Mill. Pfund aus der Region Afrika und Nahost. Da müssen sich Aktionäre keine großen Sorgen machen. Handelt es sich beim Nahostgeschäft etwa um einen Scheinriesen? Bei der HSBC zeigt sich, dass das Geschäft in der Region in etwa so groß ist wie das in Nordamerika noch verbliebene. Es steuerte im vergangenen Jahr rund 4% zum Vorsteuerergebnis bei. Vom Retailgeschäft in Bahrain verabschiedete sich die HSBC bereits.
Vor allem Wealth Management
Für die europäischen Banken ist die Region vor allem auf Grund der zahlreichen vermögenden Privatkunden interessant, die dort ihren Wohnsitz haben. Das bringt Gebühreneinnahmen, aber keine Kreditrisiken. Es sei denn, man lässt die reiche Klientel auf Pump spekulieren, weil man im Konkurrenzkampf jeden Vorteil nutzen möchte. Flugzeugfinanzierungen? Macht die NordLB nicht mehr.
Alles in allem kann man sich zwar Sorgen um die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf das Nahostgeschäft der Banken machen. Doch dürften sich die Folgen für ihre Bilanzen in Grenzen halten, insbesondere hierzulande. Denn es gibt keine deutschen Institute mehr, die weltweit am großen Rad drehen. Wer dagegen Geschäfte mit dem Regime in Teheran machte, dürfte von seinem Einsatz wesentlich weniger wiedersehen. Man darf gespannt sein: Wer zuckt zuerst und legt seine Iran-Geschäfte offen?