Die Deutsche Pfandbriefbank kommt mit dem angekündigten Rückzug aus den USA voran. Der US-Investmentmanager Oaktree soll für ein Risiko von 320 Mill. Dollar aus dem nicht leistungsgestörten Teil des Portfolios einstehen. Die Kosten der Transaktion wurden nicht genannt. Der Aktienkurs blieb nahezu unverändert.
Der US-Investmentmanager Oaktree Capital Management werde eine Absicherung für eine Tranche des performanten US-Portfolios der Deutschen Pfandbriefbank von rund 320 Mill. Dollar übernehmen, teilte die Spezialbank für gewerbliche Immobilienfinanzierung am Montag mit. Dieser Risikoübertragung (Significant Risk Transfer) liege ein Volumen des US-Portfolios von rund 2 Mrd. Dollar zugrunde. Die Bank, die Vorstandsvorsitzender Kay Wolf führt, erklärte, es umfasse hauptsächlich Darlehen von Büroimmobilien.
Das Vorhaben wurde von den Investoren indifferent aufgenommen. Der Aktienkurs notierte in einem weitgehend unveränderten Marktumfeld bis nachmittags rund 1% im Minus und drehte dann leicht ins Plus. Mit 4,21 Euro je Aktie liegt das Papier in Sichtweite zum 52-Wochentief.
Wenige Stunden vor Bekanntgabe der Transaktion hatte das Bankhaus Metzler das Kursziel von 4,10 auf 3,80 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Sell“ belassen. Das Institut begründete dies mit niedrigeren Ergebnisprognosen bis zum Jahr 2027. Die Citigroup hatte ihr Ziel jüngst von 6,10 auf 4,60 Euro gesenkt und das Papier mit „Neutral“ bewertet. Warburg traut der Pfandbriefbank 7,00 Euro je Aktie zu und hält an „Buy“ fest.
Kosten nicht kommuniziert
Die Pfandbriefbank machte auf Nachfrage keine Angaben über die Kosten der erwarteten Transaktion, die den anvisierten Ausstieg aus dem US-Markt beschleunigt. Das Management setzt darauf, in den USA benötigtes Kapital für das aktuell lukrative Neugeschäft in Europa freizusetzen. Früheren Angaben zufolge ist das performante, also nicht von Kreditausfällen betroffene US-Geschäft mit 1 Dollar Kapital je ausgereichtem Dollar Darlehen unterlegt. Die Pfandbriefbank bezifferte nicht, wie viel Kapital infolge der Oaktree-Transaktion frei wird.
Nachrangige Tranche abgesichert
Die Mezzanine-Struktur der Transaktion sieht vor, dass mehrere Fonds von Oaktree eine verzinsliche Credit-Linked Note zeichnen, die die Pfandbriefbank begibt. Die Bank werde dadurch gegen potenzielle Verluste der nachrangigen Tranche abgesichert, hieß es. Die Credit-Linked Note soll rein synthetisch und barbesichert strukturiert werden. Das Konzept hat zur Folge, dass die Pfandbriefbank für den Großteil ihres nicht leistungsgestörten US-Portfolios ein vorrangiges Exposure behält.
Ende September hatte die Pfandbriefbank über ein performantes US-Portfolio im Volumen von 2,6 Mrd. Euro berichtet. Es sollte bis zum Jahresende infolge von Rückzahlungen auf 2,4 Mrd. Euro abschmelzen. Die Oaktree-Transaktion umfasst also mit umgerechnet 1,7 Mrd. Euro einen Großteil dieses Portfolios.
1 Mrd. Euro weiter im Feuer
Die Pfandbriefbank machte keine Angaben, wie hoch die Risikovorsorge für den nun zusätzlich abgesicherten Teil des Portfolios ist. Mitte 2025 bestanden 87% des damaligen nicht-leistungsgestörten US-Portfolios in Höhe von 2,8 Mrd. Euro aus Büro-Immobilien. Von diesen rund 2,4 Mrd. Euro waren damals 5,9% als „Exposure at risk“ eingestuft. Diese gefährdeten Kredite in Höhe von 147 Mill. Euro waren zu 93% mit einer Risikovorsorge von 137 Mill. Euro abgedeckt.
Offen ist weiterhin, welche Lösung das Management der Deutschen Pfandbrief für das leistungsgestörte US-Portfolio findet. Es addierte sich Ende September auf rund 1 Mrd. Euro. 38% des Portfolios war mit Risikovorsorge abgedeckt. Neben einem Verkauf ist auch eine Abwicklung über die Zeit denkbar.