Teures Öl und Gas befeuern nicht nur den Multis. Auch Wind und Solar profitieren.
Der Krieg der US-Amerikaner und Israelis gegen den Iran bringt die Märkte ins Taumeln. Der britische FTSE 100 hat binnen zwei Tagen annähernd 5% verloren, beim deutschen Leitindex Dax hat das Minus bis zum Dienstagnachmittag mehr als 6% betragen und beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 summierte sich der Verlust sogar auf 7%. Die Branchen, die sich vergleichsweise stabil zeigen, sind an einer Hand abzulesen: Börsenbetreiber (weil volatile Märkte nun mal mehr Geschäft bedeuten), Öl- und Gasmultis (klar, die Preise sind gestiegen) – und, wenngleich mit Abstrichen, die Erneuerbaren.
Der S&P Global Clean Energy Transition Index hat seit Jahresbeginn gut 11% zugelegt, während der Dax auf den Stand von Dezember vergangenen Jahres zurückgefallen ist. Dabei sah es vergangene Woche noch nach einem Lauf in Richtung Rekordhoch im deutschen Leitindex aus. Doch drei Monate Gewinne verpufften innerhalb zweier Handelssitzungen.
Die Anleger kalibrieren sich gerade neu. Lange beherrschten die Sorgen vor den Auswirkungen der US-Zölle oder etwas frischer die Angst vor der KI-Disruption ganzer Branchen das Investorendenken; jetzt sind es festsitzende Öl- und Gastanker und steigende Energiepreise. Vor diesem Hintergrund dürfte auch die politische Debatte um eine Renaissance fossiler Energieträger eine Wendung nehmen – und mithin die zwischenzeitlich vielerorts in Ungnade gefallenen Erneuerbaren wieder stärker in den Fokus rücken, Stichwort Heizungsgesetz in Deutschland.
Die globale Störung der Energieversorgung stärke Europas Argumente für eine Abkehr von fossilen Brennstoffen, schreiben dann auch die Analysten von Morningstar, und ergänzen: „Wir gehen davon aus, dass große europäische Volkswirtschaften wie Deutschland und das Vereinigte Königreich den Ausbau erneuerbarer Energien mit verstärktem politischen Engagement weiter vorantreiben werden – mit dem Ziel, durch erneuerbare Energien Energiesouveränität zu erreichen.“ Die Kurse von Wind- und Solarfirmen dürften profitieren.