Für den Umstieg aufs E-Auto braucht es mehr

Teures Benzin und Diesel
machen die Deutschen nicht plötzlich zu E-Autokäufern.

Schon am Wochenende blickten Autofahrer mit Sorge auf die Preise an den Zapfsäulen: Wegen des Kriegs gegen den Iran zog der Preis für einen Liter Diesel bis Mittwochmorgen auf über 2 Euro an – so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Wenngleich gerade Pendler bei jedem Preissprung verärgert reagieren – einen Run auf Elektroautos werden hohe Spritpreise indes nicht auslösen.

Für Privatleute ist der Autokauf nach wie vor eine langfristige Investition, die nicht von einem auf den anderen Tag umgeworfen wird. Und bei Flotten und Dienstwagen bestimmen ohnehin unternehmerische Rahmenbedingungen die Auswahl.

Trotzdem hat der Konflikt am Golf auch auf Autokäufer in Deutschland Wirkung. Er trägt bei zu einer Gemengelage, die von Krisenstimmung, Unsicherheit und Inflationssorgen bestimmt ist – all das drückt auf die Stimmung der Verbraucher, ob beim Autokauf oder Restaurantbesuch.

Insgesamt rechnen Experten für dieses Jahr erneut mit einem eher schwachen Autojahr. Angesichts geopolitischer Krisen und schwacher Konjunkturaussichten halten sich Unternehmen und Privatleute mit größeren Anschaffungen ohnehin zurück.

Hinzu kommen unklare Signale aus Brüssel und Berlin, Stichwort „Verbrenneraus“. Kaufentscheidungen werden aufgeschoben, solange die rechtlichen Vorgaben nicht klar geregelt sind und private Haushalte nicht wissen, ob und wie die Anschaffung eines E-Autos wieder und weiter gefördert wird. Hier wirkt auch noch das abrupte Aus der Umweltprämie Ende 2023 nach: Potenzielle Käufer bleiben skeptisch und warten ab.

Wichtiger als ein hoher Spritpreis ist ein attraktives Angebot, um Käufer vom E-Auto zu überzeugen. Dazu zählt der Blick auf die Gesamtkosten: Kaufpreis, Finanzierung, Preise für Energie und Wartung. Vor allem aber bedarf es attraktiver Modelle. Hier erwarten Experten in diesem Jahr einige Neuheiten deutscher Autobauer, die den günstigeren Chinesen Paroli bieten. Steht dann noch eine flächendeckende Ladeinfrastruktur parat, könnte das Pendel zugunsten von Elektro ausschlagen.

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