Zankapfel Aufsicht

Es ist bemerkenswert, wie leidenschaftlich in Europa die Debatte darüber geführt wird, ob die zentralen Akteure und Schaltstellen des Kapitalmarkts, europäisch, national oder – wie im Falle der Börsenaufsicht des Landes Hessen – sogar regional beaufsichtigt werden sollen. Das gilt erst recht jetzt, weil die politische Diskussion in die heiße Phase eintritt.

Die Kritiker einer stärkeren Rolle der in Paris beheimateten Aufsichtsbehörde ESMA ärgern sich, weil die EU-Pläne nicht nur Clearstream, Euroclear & Co. umfassen, sondern auch kleinere Akteure wie Krypto-Assetdienstleister oder – wenngleich in etwas abgeschwächter Form – auch Vermögensverwalter. Hier haben die Gegner einer aufgewerteten ESMA durchaus einen Punkt, denn es soll ja um die ganz großen Marktteilnehmer gehen. Ein weiteres Argument der Kritiker lautet, dass eine europäische Aufsicht noch keinen europäischen Markt schaffe. Das ist zwar richtig, ignoriert aber, dass sich ausländische Investoren durchaus über die Fragmentierung der Aufsicht in Europa beklagen. In anderen Worten: Die Fortentwicklung der ESMA hin zu einer europäischen SEC ist gewiss kein hinreichender, aber dennoch ein hilfreicher Schritt, Europas Kapitalmarkt attraktiver zu machen.

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