Die Reformpolitik der SEC unter Chairman Paul Atkins droht irreversible Schäden an der Aktionärskultur zu verursachen.
Die US-Börsenaufsicht SEC verpasst dem amerikanischen Kapitalmarkt eine ungesunde Abnehmkur, angesichts derer es auch Vertretern des Finanzsektors flau im Magen werden sollte. Denn im Rahmen der von ihrem Vorsitzenden Paul Atkins verabreichten Diät entzieht die Behörde Aktionären keine Kohlenhydrate, sondern zentrale Rechte in der Auseinandersetzung mit Emittenten. Ähnlich wie die von seinem Namensvetter Robert C. Atkins entworfene „Ernährungsrevolution“ droht der Magerwahn des SEC-Chefs das Herz anzugreifen – in diesem Fall das der Shareholder-Kultur. Denn dass die Partizipation am US-Finanzmarkt so ausgeprägt ist und dieser global die Führungsrolle einnimmt, ist zu entscheidenden Teilen auf das große Mitspracherecht von Anteilseignern zurückzuführen.