IPO-Story mit offener Flanke

In gewisser Weise wird die Roadshow für den deutsch-französischen Panzerkonzern KNDS zum Spaziergang. Es ist leicht, den Investoren zu erklären, mit welcher Auftragsflut das Unternehmen rechnen kann. Schon Ende 2024 kletterte der Orderbestand um 15% auf 23,5 Mrd. Euro. Jetzt gibt der Bundestag grünes Licht für 50 Mrd. Euro schwere Aufträge der Bundeswehr, darunter rund 100 Leopard-2A8-Panzer von KNDS. So weit so einfach, da der Milliardenumsatz nach KNDS-Auskunft auch mit „überdurchschnittlichen Renditen“ verbunden sein wird.

Die offene Flanke der IPO-Story liegt denn auch woanders. Es ist der ungeklärte Eigentümerkreis des deutsch-Französischen Joint Ventures. Die in Amsterdam ansässige Holding KNDS N.V. war 2015 durch die Fusion des deutschen Leopard-Herstellers Krauss-Maffei Wegmann mit dem französischen Leclerc-Panzer-Hersteller Nexter entstanden. Das Unternehmen gehört zur Hälfte den deutschen Familien Bode und Braunbehrens sowie zur anderen Hälfte dem französischen Staat.

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